Der blaue Engel
nein, nein, gemeint ist weder das Umweltzeichen noch ein Film mit Marlene Dietrich, sondern dieses Auto

Ein Auto der
Diakoniestation Schneverdingen-Neuenkirchen, 15 davon sind täglich unterwegs.
Wenn mir eines in der Stadt begegnet, wird mir ganz warm ums Herz,
denn über viele Jahre brachten uns solche Autos Hilfe ins Haus.
Beim Lesen der Schriftzüge an der Karosserie kommen mir Erinnerungen:
menschlich:
Morgens klingelt es an der Haustür, und ich sehe mich dem lieben,
freundlichen Gesicht einer Schwester gegenüber, so dass mir ist,
als ginge die Sonne auf - wie wohltuend, wenn vielleicht eine unruhige,
sorgenvolle Nacht hinter uns liegt!
Und die herzliche Stimme beim Begrüßen des Patienten („Guten Morgen, Frau X!
Wie geht es Ihnen?“),
das warme Interesse und die lächelnden Augen dabei.
kirchlich: Nein,
die Mitarbeiter der Diakoniestation kommen nicht mit Bibel und Gesangbuch unterm
Arm daher.
Ihre Einstellung kann ich aber spüren und erleben - das ist viel besser. Und
wenn es gewünscht wird,
sind die Schwestern auch durchaus willens und in der Lage,
mit den Patienten ein Gebet zu sprechen und stellen auch gern den Kontakt zu
Pastor oder Pastorin her.
kompetent: Es ist
eine große Beruhigung für den Patienten und für mich als Angehörige,
wenn nicht nur gewissenhaft und sachverständig gepflegt und verarztet wird,
sondern wir die pflegerische Fachkraft darüber hinaus auch jeden Tag alles
fragen können,
was uns auf dem Herzen liegt.
Oft kann sie aus ihrer Erfahrung heraus raten und helfen – sie sagt uns aber
auch,
wann besser der Arzt hinzugezogen werden sollte.
Das liegt nun fünf Jahre
zurück. Als das Auto der Diakoniestation nicht mehr bei unserem Haus hielt,
merkte ich, wie es mir fehlte. Wenn wir uns jetzt auf der Straße begegnen,
winken wir fröhlich;
und ich denke dann, wie schön es ist, dass „der blaue Engel“ unterwegs ist und
menschlich,
kirchlich und kompetent Hilfe bringt.
(Dorothea Schmidt)